Karrierebäcker

Markus – Spiel mit der Nische

„Gott würfelt nicht“ steht auf seinem tätowierten Arm und „Die besten Dinge im Leben verdanken wir dem Zufall“ unweit daneben. Die konträren Gedanken von Einstein und Casanova treffen auf der Haut von Markus Heinsohn zusammen, der glaubt, dass zum Erfolg sowohl Strategie als auch ein Quäntchen Glück gehören. Diese Einstellung hat Markus weit gebracht. Von der Elbe bis nach Übersee, aus der norddeutschen Landesliga bis in die sportverliebten Herzen der Amerikaner. Seine Hamburger Firma Out of the Park Developments war der erste Anbieter für strategische Baseballsimulationen auf dem Planeten und eroberte von Hamburg aus den hungrigen amerikanischen Markt. Heute hat Out of the Park rund 50.000 Kunden weltweit und generiert Umsätze im siebenstelligen Dollarbereich. Die Major League der USA lizensierte ihr Material für ihn, sodass nun jede historische und aktuelle Saison der 30 großen Teams und 167 Amateurmannschaften mit echten Logos, Spielern und Daten spielbar ist. Erst kürzlich klopfte gar John Henry, Besitzer der Boston Red Sox, an seine virtuelle Tür. Er befand das Spiel des kleinen Hamburger Startups sei das beste, was es am Markt gäbe. Es ist die Geschichte eines Homeruns.

Von der Elbe in den Baseball-Park

Hamburg rühmt sich bekanntermaßen gern als besonders sportliche Metropole. Aber Baseball? Diese Ertüchtigung hat bisher zwischen Elbe und Alster wenig Anhänger gefunden und damit kaum Anlass für solche Innovationen gegeben – außer für Markus. Seine Idee, die eine Größe wie Henry von der Base haut, wurde beschaulich geboren. Vor langer Zeit im hübschen Stade. Downtown. Ein Freund von Markus kam von einem USA-Aufenthalt zurück und war vom Baseball-Fieber angesteckt. An den südlichen Ufern der Elbe begannen die beiden regelmäßig  Bälle zu werfen, suchten irgendwann nach einem Trainer – und fanden ihn in einem amerikanischen Unternehmen der kleinen Kreisstadt. Von ihrem südamerikanischen Baseball-Coach lernten sie die Grundlagen des Sports, spielten darauf – wer hätte deren Existenz vermutet – jahrelang in der norddeutschen Baseball-Landesliga. Doch der amerikanische Nationalsport war nicht das einzige, was Markus schon von klein auf interessierte. Da war auch noch die Programmierung.

ootpScreen7-2Schon früh in der Kindheit, erzählt Markus, setzte er sich auf intensivere Weise mit Computern auseinander als andere Kids. Mit 12 kaufte er sich erste Bücher über das Programmieren. Dass das ein wenig nerdy klingt ist Markus klar. Er sieht das gelassen.  Zu recht, schließlich legte er damals schon den Grundstein für seinen heutigen Erfolg. Mit 16 Jahren entwickelte er sein erstes kleines Computerspiel, einen Aquarium-Manager. Wann müssen meine Fische gefüttert werden? Wie warm darf das Wasser sein? Existenzielle Fragen – für Freunde von Weichtieren und Mikroorganismen – auf die der Management-Charakter von Markus Spiel eine praktische Antwort geben sollte.

Wenn die Zielgruppe jenes Spiels auch sehr, sagen wir eigenwillig, gewesen sein mag, war es damals schon eben dieser Strategie-Charakter, der Markus an Computerspielen interessierte. Mit seiner wachsenden Leidenschaft für Baseball entstand der Wunsch, strategische Elemente auch in virtuellen Basballspielen unterzubringen, ähnlich wie bei den Fußball-Manager-Games, die hierzulande weit verbreitet sind. Im amerikanischen Nationalsport hingegen waren Simulationen mit Planungs- und Strategiecharakter etwas Neues. Und Markus zog es durch. Ende der Neunziger programmierte er sein Spiel, verzichtete auf den Abschluss seines Informatilk-Studiums und gründete ein paar Jahre später mit einem Kompagnon Out of the Park Developments. Aus der pfiffigen Idee eines einzelnen Stader Baseball-Fans wurde ein Fall für zwei.

Ein Hamburger Startup mit Wurzeln

Nun erscheint die Aufgabe, ein Baseballspiel in Hamburg zu Geld zu machen ungefähr so erfolgsversprechend wie ein Regenschirmhandel in der Wüste Gobi. „Natürlich war uns früh klar, dass die Abnehmer für das Spiel vorwiegend in den USA und in einigen anderen baseballverrückten Nationen wie Korea sitzen würden, nur hatten wir dort natürlich keinerlei Vertriebspartner“ gesteht Markus schmunzelnd. Doch die sollten kommen. Nach vielen Recherchen machte Markus einen Amerikaner  ausfindig, der – damals noch schick auf CD gebrannt – in den USA Baseball- und Spielerstatistiken verkaufte. Sie schrieben ihn an, präsentierten das Spiel und überzeugten ihn, es zusammen mit den Statistiken an seinen Kundenkreis zu vertreiben. Ein ausgefallener und dennoch wichtiger Schritt, wie sich herausstellen sollte. Im Jahr 2000 programmierten die beiden eine Folgeversion, die sich noch besser verkaufte als ihr Vorgänger. Zwei weitere Jahre später begannen sie, den Baseball-Manager über Downloads zu vertreiben – zu einer Zeit, als ein solches Vertriebsmodell in den USA grad den Kinderschuhen lag und in Europa wahrlich noch Zukunftsmusik war.

ootpScreen2Erstaunlich ist, dass Markus seither fast gänzlich ohne PR und Marketing auskommt. In seiner Zielgruppe verbreitet sich das Spiel wie von selbst.  Das Mark seiner Idee sind lediglich leidenschaftliche Entwickler. Weltweit beschäftigt er mittlerweile 20 Mitarbeiter und schaut sich nicht nur in Hamburg, sondern auch in Kanada und den USA immer wieder nach talentierten Developern um, die sowohl Techies, als auch waschechte Baseball-Fans sind.

Im Herzen hingegen ist der kreative Bird aus Stade angenehm bodenständig geblieben. „Mir ist es wichtig, wach zu blieben, aufmerksam, der Flut von Informationen die Frage nach Hintergründen und Substanz entgegenzusetzen“ sagt er über seine Motivationen. Aus diesem Grund treibt er sein Hamburger Startup Out of the Park nachhaltig voran. Kein schneller Exit, kein Risikokapital. Nur der ernsthafte Wille, etwas Authentisches und Außergewöhnliches zu schaffen. Etwas, das aus sich selbst heraus und organisch immer weiter wächst – aus einem einfachen Grund: weil die Idee schlichtweg gut ist.

Und wie jede Idee, die wirklich Substanz hat, ist auch Markus Konzept wunderbar skalierbar. „Im September 2013 ist unser Eishockey-Management-Spiel erschienen, das unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen hat. Außerdem sitzen wir mit einem externen Team an einer strategische Simulation der American Football League, die im Sommer 2015 erscheinen soll“ erzählt Markus stolz. „Und natürlich haben wir es langfristig auch noch auf einen andern Nationalsport der USA abgesehen: Basketball“ fügt er zwinkernd hinzu. Wer weiß wer dann als nächstes an Markus Tür klopft. Dirk Nowitzki? Es würde uns nicht wundern.

www.ootpdevelopments.com

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