Vollzeitvisionäre

Martin – There’s a million ways

Es gibt eine Währung, die seit langem enorm stabil ist. De facto ist sie eine der am stärksten notierten Währungen am Markt. Gegen eine Abwertung scheint sie beinahe resistent und sorgt seit Jahren für einen enormen Export der an sie gebunden Waren: den Handel mit fremden Träumen. Die USA handelt seit dem 18. Jahrhundert den American Dream, die Werbung – hier wie andernorts – verkauft den perfekten Körper, das coolste Outfit, den hippesten Lifestyle. Diese Art von Träumen, stellen wir fest, haben einen Markt. Und ein Markt – so lernen die fleißigen WiWis unter uns – entsteht dort wo eine Nachfrage herrscht. Warum ist die Nachfrage an fremden Träumen heut so groß? Vielleicht liegt es daran, dass es zu wenig Gehör für die eigenen gibt.

Für Martin Cordsmeier hat es die meiste Zeit seines erwachsenen Lebens nur einen Traum gegeben. Nämlich den, den Träumen anderer Menschen Gehör zu verschaffen. Der 31-Jährige ist Gründer und CEO der Stiftung „millionways“, die individuelle Talente von Menschen unterschiedlicher Couleur fördert und Deutschlands Köpfe in neuen kaufmännischen und kreativen Projekten zusammeführt. Eine Hilfestellung, die jeder in Anspruch nehmen kann, egal in welcher Entwicklungsphase seines Konzeptes er gerade steckt. In den Telefoninterviews der Stiftung werden Interessierte zunächst ausführlich beraten, dann mit Gleichgesinnten zusammengebracht und im Falle einer besonders tragfähigen Idee künftig auch finanziell unterstützt – bislang alles auf kostenloser Basis.

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„Ich wollte eigentlich nichts anderes als die Welt zu verändern.“

Die Idee zu „millionways“ wird von Martins persönlichem Wunsch nach Selbstbestimmtheit genährt. An klassische Karrierewege glaubte der Querkopf nämlich nie. Aufgewachsen in einer eher konservativen Beamtenfamilie, schlug er nach dem Abitur eigenwillig einen individuellen Weg ein, konnte sich weder für ein Studium noch für eine Ausbildung begeistern. „Damals wollte ich nicht weniger als die Welt zu verändern“, sagt er schmunzelnd. „und ich habe mir einfach nie vorstellen können, dass mir eine institutionalisierte Lehre bei einem solchen Vorhaben behilflich sein könnte.“

So nahm er damals diverse kleine Jobs an und begann gemeinsam mit einer  Gruppe anderer Freelancer Serviceaufgaben u.a. für Druckereien zu übernehmen, die kleinere Dienstleistungen outsourcen wollten. Es war ein Pool aus bunten Vögeln – Alleinerziehenden, Nebenjobsuchern, chronisch Kranken und Studenten – der hier zusammenkam und in den jeder sein individuelles Set an Fähigkeiten einbrachte. Martin, schon damals bemüht, den Menschen hinter der sozialen Rolle und Position wahrzunehmen, erkannte schnell die Qualität einer derart heterogenen Mischung aus Talenten: er gründete eine Firma, die mit diesem Pool Unternehmen bei diversen organisatorischen Aufgaben unterstützte.

mw. Martin.

Genau das tat der bunte Zusammenschluss bis ins Jahr 2008, in dem die Wirtschaftskrise kam und die Firmen vorerst kaum externe Kräfte anheuerten. Zu diesem Zeitpunkt wurde das kleine Unternehmen zahlungsunfähig. Martin übernahm persönlich Verantwortung für sämtliche Verbindlichkeiten, blieb auf einem Berg von Schulden sitzen. Um seine kleine Wohnung musste er bangen, den Gerichtsvollzieher nannte er bald beim Vornamen und trank mit ihm Kaffee. Es begann für ihn ein Leben am existenziellen Minimum, in dem die Vergangenheit so viel Dinge für sich einforderte, dass für die Zukunft kaum Raum zu sein schien. Und die Zukunft, das wusste Martin damals schon, sollte „millionways“ sein – eine weitere Idee, die aus seinem bunten Kreis an Menschen und Potenzialen gewachsen war. Sie ließ ihn trotz der Rückschlage, der Rückzahlungen und der finanziellen Sorgen nie los, auch wenn es rund 9 Jahre dauerte, um aus ihr eine Realität zu machen.

„Wer kann schon mit Sicherheit sagen, welche Idee Erfolg hat oder Kult wird.“

Dass das letztendlich gelang liegt neben Martins unerschütterlichem Glauben daran, dass die Dinge sich fügen werden, wohl auch an seiner Fähigkeit, andere von seinen Visionen und Ideen zu begeistern. Aus seinem Netzwerk rekrutierte er zahlreiche Unterstützter für die vom ihm gegründete Stiftung – darunter nicht zuletzt den Hamburger Medienmogul Frank Otto – die sich hinter das ausgefallene Konzept stellten. Gemeinsam mit ihnen und „millionways“ möchte Martin langfristig vieles erreichen. „Am liebsten würde ich alle 80 Millionen Menschen sämtlicher gesellschaftlicher Schichten Deutschlands kennenlernen und sie in ihren Ideen, Träumen und ihrem Austausch fördern“, sagt er über sein Vorhaben. Ich möchte ihnen allen Gehör verschaffen, egal woher sie kommen oder wer sie sind. Denn mal ehrlich: wer weiß schon so genau, welche Idee oder welches Konzept einmal erfolgreich sein wird. Heute werden doch die schrägsten Dinge plötzlich zum Kult.“ Mit all diesen Menschen aus Deutschland möchte er sein Wahnsinnsprojekt künftig auch gemeinsam gestalten und eine demokratische, nicht manipulierbare und sich selbst regulierende Organisation schaffen, die sich aus dem Input aller zusammensetzt und Menschen in ihren ganz eigenen Visionen fördert.

Donnerstag, der 14. Januar 2016, an der Börse. Der Dax schließt mit einem leichten Plus. Der Handel mit fremden Träumen hingegen stagniert. Es sind die persönlichen, die echten Träume,  die nun Konjunktur haben. Auch der von Martin Cordsmeier.

Millionways

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GIVE & TAKE

Martin sucht dich, wenn:
du Erfahrung als COO hast und dich für Menschen, Wege und individuelle Träume begeistern kannst.

Du suchst Martin (und sein Team wenn):
du eine Idee oder einen ganz besonderen Traum verfolgst, den du vorantreiben und dich zu diesem Zwecke mit anderen Köpfen vernetzen möchtest.

 

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