Vollzeitvisionäre

Silke – Arbeit auf Augenhöhe

Wo Prozesse des Wandels im Gange sind, verändert sich langfristig auch das zugrundeliegende System. Es passt sich an. In einem Bereich unserer Welt hält diese Evolution trotz Veränderungen von essentiellen Faktoren wie Technologie, Mensch und Gesellschaft jedoch erstaunlich langsam Einzug. Es ist der unserer Arbeitswelt, die noch immer vorwiegend auf den Lehren der hierarchisch strukturierten Organisationen, der geradlinigen Karrierewege und klassischen Jobmodelle beruht. Hier geht es nach wie vor um Muster, denen es sich zu fügen gilt. Malen nach Zahlen, in vielerlei Hinsicht.

Das Team von AUGENHÖHE, darunter Silke Luinstra, setzt sich mit Themen der Selbstbestimmung, Partizipation und Potentialentfaltung in der Arbeitswelt von morgen auseinander. Die Leistungsfähigkeit von Orangisationen angesichts der immer größer werdenden Komplexität und Dynamik unserer Welt sowie die Vereinbarkeit von Menschlichkeit mit ökonomischen Zielen sind die zentralen Fragen, in die Akteure aller Altersklassen ihre Mühen und Expertise fliessen lässt. Gerade produzieren die innovativen Denker ihren zweiten Film „AUGENHÖHEwege“ rund um diese Thematik, der bereits mit knapp 60.000 Euro aus der begeisterten Community finanziert wurde.

Der Weg zu mehr Selbstbestimmung

Silke weiß sehr genau, wie das System funktioniert, das sie nachhaltig verändern möchte, denn sie war lange Zeit ein Teil davon. Ihr persönlicher Karriereweg begann ganz klassisch. Etwas anständiges, solides sollte sie dem Wunsch ihrer Familie  nach machen und so absolvierte sie vorerst eine Lehre als Bankkauffrau.

Auch der nächste Kniff kam aus dem gängigen Repertoire: das Studium der BWL, das die heute zweifache Mutter – damals noch weitestgehend konform und angepasst – sehr erfolgreich absolvierte. Ein gradliniger Weg, auf dem sich jedoch schon damals kleine Abzweigungen auftaten, die Einblicke in eine Welt mit ganz andern Lebenskonzepten und Berufsmodellen gewährten. Während ihres Studium schloss Silke sich der internationalen Studentenorganisation AIESEC an und lernte so Menschen kennen, die eigene Netzwerke schufen, den Austausch pflegten und Potenziale von jungen internationalen Köpfen zusammenführen wollten.

Doch Muster sind nicht so leicht zu durchbrechen. Nach dem Studium begann die Querdenkerin eine Laufbahn in der Personal- und Organisationsentwicklung eines Tochterkonzerns der BASF – eine solide, gut dotierte Stelle auf der einen, ein bürokratisches und starres Gefüge auf der anderen Seite. Zu diesem Zeitpunkt brach auf, was ihr zuvor nur wie eine fixe Idee vorgekommen war. „Im Konzern habe ich gemerkt, wie ich innerlich gegen die Fremdbestimmung rebelliert habe, weil ich einfach nicht recht zu einem solchen Konstrukt mit seinem ungelenken Apparat passen wollte. Stattdessen wollte ich selbstbestimmt arbeiten, dabei aber keine Einzelkämpferin, sondern trotz allem Teil eines Teams und einer Community sein.“

Silke machte ernst. Sie kündigte und schuf für sich selbst das, was aus ihrer Sicht ein sinnvolles und produktives berufliches Netz war. Mit 31 Jahren machte sie sich als Organisationsberaterin und Impulsgeberin selbstständig, lehnte weitere gut dotierte Stellen ab und begann eine neue Reise auf der Suche nach Menschen, die ähnliche Denkmuster und vergleichbare Ansprüche an den eigenen beruflichen Weg verfolgten.

„Das hierarchisch gegliederte System wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht.“

Heute hat sich die 45-Jährige auf diese Art ein Umfeld aufgebaut, in dem Freiräume, Inspiration und Eigenmotivation ihren beruflichen Alltag bestimmen und ermutigt andere, es auch zu tun. „Ich möchte meinen Kindern eine Arbeitswelt zurücklassen, in der andere Strukturen greifen, als in der jetzigen“, erklärt sie. „Dass das hierarchisch und funktional gegliederte System in der immer komplexer werdenden Gesellschaft und Wirtschaft keine Grundlage mehr hat, müssen wir uns angesichts der vielen Burnout-Fälle und Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen einfach eingestehen. Auch ökonomische Faktoren wie mangelnde Kundenzufriedenheit oder beeinträchtigte Innovationsfähigkeit sind natürlich Indikatoren dafür, dass die altbekannten Konstrukte bröckeln. Meine Kinder sollen künftig die Chance haben, ihr Potenzial frei zu entfalten, indem sie selbstbestimmt und intrinsisch motiviert zu guten Leistungen kommen.“

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Das Team um AUGENHÖHE, das sich auf einem Workshop des Think Tanks intrinsify.me fand und sich aus Freidenkern in ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien zusammensetzt, ist mittlerweile weit mehr als ein Filmteam mit großen Ambitionen und kleinen Mitteln. Im Sommer hat ein erstes Barcamp rund um das Thema alternative Organisationsstrukturen stattgefunden, im Oktober startete das AUGENHÖHElab, das eine Handvoll Menschen verbindet, die bereits erfolgreich innovative Programme in Unternehmen implementiert haben. In Zukunft sollen Camps unter dem Label AUGENHÖHE nach einer Art „Open Source-Modell“ funktionieren, sodass jeder Interessierte ein Event zum Thema in seiner Stadt aufbauen kann. „Wir wollen Menschen dazu inspirieren, mündige Entscheidungen in Bezug auf ihren Berufsweg zu treffen“, erklärt Silke. „Um solche Entscheidung sinnvoll angehen zu können, ist es natürlich unabdingbar alle Alternativen zu kennen. Solche Alternativen wollen wir aufzeigen, indem wir Räume für Menschen schaffen, die Wandel in Organisationen gestalten und diesen Menschen Austausch und spezifische Weiterbildung ermöglichen.“

Handlungsbedarf sieht die engagierte Macherin jedoch nicht nur in der Berufswelt. Um alte Muster aufzubrechen und motivierte Menschen mit Mut, Geduld und Leidenschaft zu neuen persönlichen Zielen und Leistungen zu bringen, müsse man auch das schulische System hinterfragen. Daher wird das Team von AUGENHÖHE auch Workshops gemeinsam mit Lehrern veranstalten, die junge Menschen auf eine alternative Arbeitswelt vorbereiten möchten. Jene Arbeitswelt von morgen, in der man sich in neuen Netzwerken, Zusammenhängen und Formaten begegnet. Im Dialog. Und nicht zuletzt natürlich auch auf Augenhöhe.

Augenhöhe Film

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GIVE & TAKE

Silke sucht dich, wenn:
du eine Lehrerin oder ein Lehrer bist, der die innovative Ansätze von AUGEHHÖHE an seiner Schule fördern möchte, du an alternativen Organisationsstrukturen einer neuen Arbeitswelt interessiert bist und entsprechende Vorbilder und Beispile suchst und wenn du ein Unternehmer oder Angestellter bist, der solche Ansätze breits implementiert. Darüber hinaus sucht das Projekt AUGENHÖHE immer Unterstützer, Sponsoren und Vereinsmitglieder, die zum Wandel der Arbeistwelt beitragen wollen.

Du suchst Silke, wenn:
du am Austausch zu den Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen der Arbeitswelt von morgen interessiert bist und ihren Wandel aktiv mitgestalten möchtest.

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